Ein Kaminofen soll Wärme, Ruhe und Komfort bringen – keine Unsicherheit. Trotzdem stolpern viele bei der Suche nach ihrem Traumkamin erstmal über allerhand Vorschriften für Kaminöfen. Von Abgasrohr- über Kamin-Vorschriften bis hin zur eigentlichen Kaminofen-Genehmigung – ganz gleich, ob offener oder geschlossener Kamin – sorgen die Vorschriften sorgen bei vielen zunächst für eine große Verunsicherung. Und plötzlich wirkt alles komplizierter, als es ist.
Die gute Nachricht:
Mit einem modernen, geprüften Kamin und einer guten Beratung sind die aktuell geltenden Kaminvorschriften absolut handhabbar.
Hier erfährst du klar und verständlich, worauf es wirklich ankommt – ohne komplexe Fachbegriffe und unnötige Details.
Das erwartet dich
- Warum gibt es Kamin-Vorschriften überhaupt?
- Welche Kaminofenverordnungen gibt es?
- Unterstützung durch einen Fachbetrieb: nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert
- Abstände & Bodenschutz: Diese Kaminofen-Vorschriften musst du beim Aufstellort beachten
- Wie viel Luftzufuhr braucht ein Kaminofen – und warum spielt das eine Rolle?
- Abgasrohr & Schornstein: Klare Vorgaben für einen sicheren Betrieb
- Brauche ich eine Genehmigung für meinen Kaminofen?
- Offene vs. geschlossene Kamine: Welche Vorschriften gelten?
- Austauschpflicht alter Kaminöfen
Warum gibt es Kamin-Vorschriften überhaupt?
Kaminvorschriften wirken auf den ersten Blick streng – sind aber vor allem eines: Sicherheitsregeln, die dir den Betrieb erleichtern.
Kaminvorschriften schützen dich, dein Zuhause und deine Umgebung vor:
- Rauch und Qualm im Wohnraum
- Brandgefahren
- Problemen mit dem Abzug
- Unnötigen Emissionen und Feinstaub

Welche Kaminofenverordnungen gibt es?
Bevor ein Kaminofen überhaupt auf den Markt kommt, muss er eine Reihe klarer Vorgaben erfüllen. Diese sorgen dafür, dass dein Kamin sicher, sauber und effizient arbeitet.
Zu diesen Holzofen-Vorschriften gehören unter anderem:
- Die Bundes‑Immissionsschutzverordnung (BImSchV Stufe 2), die Emissionen und Wirkungsgrade regelt. Genaue Informationen findest du hier: Zum Blogbeitrag
- Die Landesbauordnungen, die Anforderungen an Brandschutz und Abstände definieren.
- Europäische Normen wie EN 13240 oder EN 13229, die technische Mindeststandards festschreiben.
- Und die europaweit gültige Ökodesign‑Richtlinie, die nur Geräte zulässt, die effizient, emissionsarm und nachhaltig arbeiten.
Kurz gesagt: Ein moderner Kaminofen muss all diese Vorgaben bereits ab Werk erfüllen – sonst dürfte er gar nicht verkauft werden.
Für dich bedeutet das:
Mit einem neuen Kaminofen von Spartherm erfüllst du automatisch die aktuellen gesetzlichen Anforderungen. Unsere Geräte sind nach modernsten Standards geprüft – effizient, sicher und zukunftsfähig.

Unterstützung durch einen Fachbetrieb: nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert
Rein rechtlich darf dein Kaminofen von jeder handwerklich geschickten Person montiert werden.
Pflicht ist lediglich die Abnahme durch den Schornsteinfeger.
Trotzdem empfehlen wir ausdrücklich, die Montage von einem Fachbetrieb durchführen zu lassen.
- Die Fachhändler kennen alle technischen und rechtlichen Anforderungen.
- Typische Montagefehler werden vermieden.
- Die Abnahme durch den Schornsteinfeger verläuft deutlich entspannter.
- Alle Brandschutz‑ und Abstandsvorgaben werden zuverlässig eingehalten.
- Das Abgasrohr wird passend zum Kamin dimensioniert.
Kurz gesagt: Ein Fachbetrieb nimmt dir viele Sorgen ab – und spart dir später unnötigen Stress.
Abstände & Bodenschutz: Diese Kaminofen-Vorschriften musst du beim Aufstellort beachten
Damit dein Kaminofen sicher betrieben werden kann, müssen bestimmte Mindestabstände zu brennbaren Gegenständen und Bauteilen eingehalten werden, um Wärmestaus und Überhitzungen sowie Glut- und Feuerkontakt zu vermeiden.
Seitenabstand zu Möbeln und Wänden:
- Abstand zu brennbaren Oberflächen (z. B. Holzvertäfelungen)
- Abstand nach vorne
- Abstand zur Decke
Damit du nicht rätseln musst, wie viel das eigentlich ist: Die genauen Abstände stehen immer in der Bedienungsanleitung deines Kaminmodells.
Bodenschutzplatte: Wenn der Boden vor dem Gerät brennbar ist, dann muss dieser durch eine nicht brennbare Vorlegeplatte vor herausfallender Glut und Wärmestrahlung geschützt werden. Diese sind meist aus Stahl und teilweise auch aus Glas. Glasplatten sind aber aufgrund ihrer Strahlendurchlässigkeit nicht immer erlaubt. Bei der Auswahl steht dir dein Fachhändler zur Seite.
Wie du darüber hinaus für Sicherheit rund um deinen Kamin sorgen kannst, erfährst du in unserem ausführlichen Blogbeitrag zu dem Thema.
Wie viel Luftzufuhr braucht ein Kaminofen – und warum spielt das eine Rolle?
Ein Kaminofen braucht viel Sauerstoff, um gut zu brennen: ca. 4 m³ Raumluft pro kW Heizleistung. Ein 7‑kW‑Ofen benötigt also rund 28 m³ Luft, damit das Feuer sauber brennt.
In älteren Häusern strömt diese Luft meist problemlos nach – in modernen, sehr dichten Gebäuden jedoch kaum.
Fehlt Verbrennungsluft, brennt das Feuer schlechter und qualmt, außerdem fühlst du dich dann in dem Raum nicht wohl.
Zusätzlich können Lüftungsanlagen oder Dunstabzugshauben Unterdruck erzeugen, wodurch Rauch sogar in den Wohnraum gezogen werden kann.
Wann ein RLU‑Ofen vorgeschrieben ist
Als Faustregel gilt: Ein raumluftunabhängiger Kaminofen ist nur dann vorgeschrieben, wenn es im Aufstellraum zu einer Unterdrucksituation kommen kann und Rauchgase in den Raum gezogen werden könnten. Das ist häufig der Fall in sehr dichten Neubauten, Niedrigenergie- und Passivhäusern sowie Gebäuden mit Lüftungsanlagen.
In diesem Fall gibt es zwei Lösungswege:
-
Differenzdruckwächter – Ein zertifizierter Druckwächter erkennt Unterdruck und schaltet den Unterdruckerzeuger im Bedarfsfall automatisch ab. Eine ähnliche Lösung bietet ein Fensterkontaktschalter. Dieser gibt die den Unterdruckerzeuger, wie die Lüftungsanlage nur dann frei, wenn ausreichend Frischluft zuströmen kann, also ein Fenster geöffnet ist.
-
RLU-zertifizierte Feuerstätte – Der Ofen wird über einen dichten Anschluss direkt mit externer Verbrennungsluft versorgt und ist damit vollständig unabhängig von den Druckverhältnissen im Raum.
Dein Fachhändler oder Schornsteinfeger sagt dir, was für deine Situation die passende Lösung ist.
Welcher Weg für dich der richtige ist, hängt von deiner Wohnsituation ab – dein Fachhändler berät dich dabei.
Übrigens: Auch beim Anschluss an einen LAS-Schornstein kann in einigen Bundesländern ein RLU-zertifiziertes Gerät vorgeschrieben sein. Viele Hersteller dieser Schornsteine haben jedoch inzwischen eine zusätzliche Normalschornstein-Zertifizierung – in diesem Fall ist kein RLU-Ofen erforderlich. Auch hier lohnt sich der Rat eines Experten bei dir vor Ort.
Wichtig zu wissen: Es gibt auch Öfen ohne RLU-Zertifizierung, die mit externer Verbrennungsluft betrieben werden können. Sie sind jedoch nicht vollständig unabhängig von den Druckverhältnissen im Aufstellraum – und damit keine gleichwertige Alternative zu einem zertifizierten RLU-Gerät.
RLU-Zertifizierung im Wandel: Was du wissen solltest
Vielleicht bist du bei deiner Recherche schon über den Begriff „DIBT-zertifiziert" gestolpert. Diese separaten Zertifikate laufen derzeit aus und werden vom DIBt nicht mehr erneuert.
Mit der neuen europäischen Norm EN 16510 wird die Raumluftunabhängigkeit heute direkt im Rahmen der offiziellen Typprüfung nachgewiesen.
Dein Spartherm-Fachhändler weiß genau, welche Modelle diese Anforderung erfüllen – und berät dich zuverlässig.
Abgasrohr & Schornstein: Klare Vorgaben für einen sicheren Betrieb
Damit dein Kamin zuverlässig zieht, müssen Abgasrohr und Schornstein bestimmte Anforderungen erfüllen.
Worauf es beim Abgasrohr ankommt:
- passender Rohrdurchmesser
- zugelassene, hitzebeständige Materialien
- ausreichende Abstände zu brennbaren Oberflächen
- korrekt dimensionierte Rohrlänge
- fachgerechte Montage
Worauf es beim Schornstein ankommt:
- ausreichende Höhe für guten Zug
- korrektes Querschnittsverhältnis
- saubere Verbindung zum Ofen
- keine Undichtigkeiten
Wenn hier etwas nicht passt, entstehen typische Probleme wie Qualm oder schlechter Zug.
Darum lohnt es sich auch an dieser Stelle, auf Fachwissen zu setzen und einen versierten Fachhändler hinzuzuziehen.
Brauche ich eine Genehmigung für meinen Kaminofen?
Ja. Bevor du deinen Kaminofen das erste Mal entzündest, muss ihn der Schornsteinfeger offiziell abnehmen.
Dabei prüft er unter anderem:
- ob Abgasrohr und Anschluss korrekt montiert sind
- ob alle Brandschutzabstände eingehalten werden
- ob alle geltenden Kamin‑Vorschriften erfüllt werden
Aber keine Sorge: Wurde dein Kamin von einem versierten Fachhändler installiert, brauchst du dir über die Genehmigung keine Gedanken machen.

Offene vs. geschlossene Kamine: Welche Vorschriften gelten?
Offene Kamine gelten rechtlich nicht als vollwertige Heizgeräte. Deshalb dürfen sie nur gelegentlich betrieben werden.
Geschlossene Kamine hingegen sind reguläre Feuerstätten. Sie:
- dürfen täglich betrieben werden (mit selbstschließender Tür)
- müssen alle Emissions- und Effizienzvorgaben der BImSchV erfüllen
- bieten deutlich höhere Effizienz und sauberere Verbrennung
Wer also seinen offenen Kamin regelmäßig und effizient nutzen möchte, sollte deshalb über eine Kaminkassette nachdenken. Sie macht aus einem offenen Kamin eine geschlossene, sichere und deutlich effizientere Feuerstätte – und erfüllt die aktuellen Vorgaben.
Mehr dazu erfährst du in diesem Blogbeitrag.
Austauschpflicht alter Kaminöfen
Du hast bereits einen Kamin und fragst dich, welche Vorgaben dann gelten?
Stelle deine Frage zu deinem Spartherm-Modell gerne über unser Kontaktformular.
Noch ausführlichere Informationen findest du im Blogbeitrag zur Austauschpflicht, in dem alle Fristen und Details verständlich erklärt werden.
Kamin‑Vorschriften – gar nicht so kompliziert
Du musst also gar nicht jede Norm im Detail kennen. Wichtig sind nur zwei Punkte:
- Wähle einen modernen, geprüften Kamin.
- Verlass dich auf einen Experten in deiner Nähe. So bist du rechtlich und technisch immer auf der sicheren Seite.
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