Ein Kaminfeuer braucht Luft – und ein sauber funktionierender Abzug ist das A und O. Moderne, gut gedämmte Häuser stellen genau das auf die Probe: Läuft gleichzeitig eine Dunstabzugshaube oder Lüftungsanlage, kann gefährlicher Unterdruck entstehen. Im ungünstigsten Fall werden die Rauchgase dann nicht mehr zuverlässig über den Schornstein abgeführt, sondern gelangen in den Wohnraum.
Genau hier setzt der Unterdruckwächter an: Er überwacht die Druckverhältnisse und ermöglicht den sicheren Parallelbetrieb von Kaminofen und Lüftungsanlage.
Das erwartet dich
- Kaminofen und Dunstabzugshaube gleichzeitig betreiben: warum das kritisch sein kann
- Was ist ein Unterdruckwächter und wie funktioniert er?
- Wann ist ein Unterdrucksensor am Kamin sinnvoll?
- Raumluftunabhängige Kaminöfen: eine weitere Option für moderne Häuser
- Häufige Fragen
Kaminofen und Dunstabzugshaube gleichzeitig betreiben: warum das kritisch sein kann
Ein typisches Szenario: Im Wohnbereich brennt der Kamin, während in der Küche die Dunstabzugshaube läuft. Genau diese alltägliche Situation kann in modernen, gut gedämmten Häusern zum Problem werden.
Dunstabzugshauben und auch Lüftungsanlagen fördern aktiv Luft nach außen. Strömt nicht ausreichend Frischluft nach, entsteht im Gebäude ein Unterdruck. Damit die Rauchgase zuverlässig nach außen abgeführt werden können, muss im Schornstein während des Betriebs ein stärkerer Unterdruck herrschen als im Aufstellraum. Ist dies nicht der Fall, verändert der hohe Unterdruck im Raum die Strömungsverhältnisse im Schornstein: Statt die Rauchgase nach außen zu ziehen, kehrt sich die Strömungsrichtung um. Die Folge: Rauch und im schlimmsten Fall giftiges Kohlenmonoxid (CO) gelangen in den Wohnraum.
Kohlenmonoxid (CO) ist farb-, geruch- sowie geschmacklos und entsteht bei unvollständiger Verbrennung. Da es für die menschliche Wahrnehmung unsichtbar bleibt, kann es unbemerkt gefährlich werden. Ein CO-Melder im Aufstellraum ist daher eine einfache, aber wichtige Sicherheitsmaßnahme, die wir dir unbedingt empfehlen.
Um genau das zu verhindern – und sowohl Rauchgase als auch Kohlenmonoxid zuverlässig durch den Schornstein abzuführen – gibt es den Unterdruckwächter. Er ermöglicht einen sicheren Parallelbetrieb von Kamin und Dunstabzugshaube oder Lüftungsanlage.
Was ist ein Unterdruckwächter und wie funktioniert er?
Ein Unterdruckwächter ist ein Sicherheitssystem für Kamine, das die Druckverhältnisse im Kamin und Aufstellraum während des Betriebs überwacht, um den Austritt von Rauchgasen und Kohlenmonoxid zu vermeiden. Dafür misst er permanent den Druckunterschied zwischen Feuerstätte und Umgebungsluft. Denn wie wir bereits wissen, muss im Schornstein ein stärkerer Unterdruck herrschen als im Aufstellraum, damit die Rauchgase nach außen gelangen können.
Sobald der Unterdruck im Raum einen kritischen Grenzwert erreicht – wenn z. B. Lüftungsgeräte zu viel Luft abziehen –, greift der Unterdruckwächter automatisch ein:
- Er erkennt den kritischen Druckabfall im Aufstellraum.
- Er sendet ein Signal an die angeschlossene Dunstabzugshaube oder Lüftungsanlage.
- Das Lüftungsgerät wird automatisch abgeschaltet oder gedrosselt.
- Die Druckverhältnisse normalisieren sich – der Kaminofen arbeitet wieder sicher.
Das alles passiert, ohne dass du aktiv eingreifen musst. So kannst du dein Kaminfeuer auch bei laufender Haustechnik mit einem guten Gefühl genießen.
Der Spartherm-Unterdruckwächter S-USI 3.0
S-USI 3.0, der Unterdruckwächter von Spartherm, ist speziell für den Einsatz in Kombination mit Spartherm-Kaminöfen entwickelt worden. Er ist fest in die Steuerung integriert und kommuniziert direkt mit angeschlossenen Lüftungsgeräten.
Wichtig zu wissen: Unterdruckwächter nachrüsten? Das ist nicht möglich
Der Unterdruckwächter S-USI 3.0 lässt sich nicht nachrüsten und muss bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Sprich daher am besten frühzeitig mit einem Fachhändler und lass dich beraten.
Wann ist ein Unterdrucksensor am Kamin sinnvoll?
Kritischer Unterdruck entsteht vor allem in gut gedämmten Gebäuden – also Neubauten, KfW-Effizienzhäusern oder energetisch sanierten Altbauten –, in denen kaum Luft unkontrolliert nachströmt. Verstärkt wird das Problem durch mechanische Lüftungsanlagen (KWL), leistungsstarke Dunstabzugshauben im Abluftbetrieb oder den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Lüftungsgeräte.
Damit du dein Kaminfeuer auch in diesen Situationen sorgenfrei genießen kannst, ist ein Unterdruckwächter am Kaminofen eine sinnvolle Lösung.
Ob ein Unterdruckwächter in deinem Zuhause tatsächlich erforderlich oder empfehlenswert ist, solltest du am besten mit einem Fachhändler vor Ort besprechen. Er kann die baulichen Gegebenheiten und die vorhandene Haustechnik am zuverlässigsten einschätzen.
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Raumluftunabhängige Kaminöfen: eine weitere Option für moderne Häuser
Neben dem Unterdruckwächter gibt es noch eine weitere Möglichkeit, Kaminöfen und Lüftungsgeräte sicher zu kombinieren: raumluftunabhängige Kaminöfen, kurz RLU-Öfen.
Während herkömmliche Kaminöfen die Verbrennungsluft aus dem Aufstellraum beziehen, führen RLU-Öfen die benötigte Frischluft über einen separaten Luftkanal direkt von außen zu. Sie sind damit vollständig unabhängig von den Druckverhältnissen im Raum – und funktionieren auch dann zuverlässig, wenn gleichzeitig eine Dunstabzugshaube oder Lüftungsanlage in Betrieb ist.
Das macht RLU-Öfen besonders interessant für gut gedämmte Neubauten oder Häuser mit kontrollierter Wohnraumlüftung.
Wichtig: Als raumluftunabhängig gelten nur Geräte, die vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) geprüft wurden und eine entsprechende Zulassung besitzen. Grundlage dafür ist der Nachweis, dass der Ofen auch bei einem Unterdruck von bis zu 8 Pa im Aufstellraum dicht bleibt.
Welche Lösung – Unterdruckwächter oder RLU-Ofen – besser zu deiner Situation passt, hängt von deinem Haus, deiner Haustechnik und deinen Wünschen ab. Ein Spartherm-Fachhändler berät dich dabei gerne.
Häufige Fragen
Ist ein Unterdruckwächter in modernen Häusern vorgeschrieben?
Nein, ein Unterdruckwächter ist zwar nicht vorgeschrieben, aber in vielen modernen Gebäuden trotzdem sinnvoll. Vor allem, wenn dein Haus besonders gut gedämmt ist, du eine Lüftungsanlage besitzt oder die Dunstabzugshaube häufig parallel zum Kaminbetrieb läuft, solltest du über einen Druckwächter für deinen Kamin nachdenken.
Welche Anforderungen muss mein Kamin im Neubau erfüllen?
Welche Feuerstätte (z. B. raumluftabhängig oder raumluftunabhängig) für dich sinnvoll ist, welche Anforderungen sie erfüllen sollte und ob du zusätzlich einen Unterdruckwächter benötigst, klärst du am besten frühzeitig mit deinem Fachhändler vor Ort.
Brauche ich bei einem RLU-Ofen noch einen Unterdruckwächter?
Nein, nicht unbedingt. Ein RLU-Ofen ist besonders dicht und bezieht seine Verbrennungsluft von außen – damit ist er nicht abhängig von den Druckschwankungen im Raum. Ein Unterdruckwächter kann aber trotzdem zusätzliche Sicherheit bieten.
Kann man Kaminofen und Dunstabzugshaube gleichzeitig betreiben?
Ja, aber nicht „einfach so“. Entscheidend ist, dass dabei kein gefährlicher Unterdruck entsteht und die Abgase zuverlässig über den Schornstein abgeführt werden. Einen sicheren Parallelbetrieb von Kamin und Dunstabzugshaube oder Lüftungsanlage gewährleistet ein Druckwächter an deinem Kaminofen. Eine andere Möglichkeit bietet die Anschaffung eines raumluftunabhängigen Kamins.


